Die Küste der bunten Vielfalt

Cuberas und mehr…

Januar 2013 .  Panama

Robert Balkow

Weltbekannt durch den legendären Panamakanal gibt es wohl kaum jemanden, der Panama nicht kennt. Was macht aber dieses Land im Herzen Mittelamerikas als Reiseziel für uns Angler so interessant? Die Küsten sind vulkanischen Ursprungs, extrem abwechslungsreich und zerklüftet. Günstige Meeresströmungen sorgen dafür, dass ständig nahrungsreiches Wasser aus den Tiefen des Pazifiks an die Küsten gespült wird und sind somit die Grundlage für den immensen Fischreichtum. Wohl keine andere Destination weltweit wartet mit solch einer Artenvielfalt auf wie die Pazifikküste Panamas. Sowohl Inshore als auch Offshore kann man mit rund 30 Fischarten, Köderfische ausgenommen, rechnen, die je nach Jahreszeit auf unsere Köder warten. Man weiß also nie genau, welche Fischart als nächstes beißen wird.

Nur 10 Monate nach dem ersten Besuch im März 2012 war es nun also wieder soweit. Panama 2.0 stand auf dem Programm. Nach den unvergesslichen Erlebnissen von der letzten Tour mit Thunfischen bis 100 Pfund auf die Spinnrute, großen Cubera Snappern, Roostern und jeder Menge Crevalle Jacks waren die Erwartungen natürlich groß. Erste Fangmeldungen aus dem Dezember verhießen Gutes und so starteten wir voller Optimismus in unser 5-tägiges Angelabenteuer. Ausgangsort war wie schon bei der letzten Tour David und der Golf von Chiriquí. Unser Hausboot ankerte bereits an einer vorgelagerten Inselkette, von wo aus wir am nächsten Morgen starten sollten. Während wir den nächsten Tag fischten verlagerte es den Standort für 3 Nächte direkt an die Isla Coiba, die größte Insel im Pazifik und Nationalparkgebiet, was die Anfahrtswege in die Fischgründe für die nächsten Tage extrem verkürzen sollte.

Schnell wurde klar, dass es Offshore wohl diese Woche relativ ruhig werden sollte, denn nur wenig jagende Delphine und Vögel waren zu sehen, von Thunfischen keine Spur. Nachdem wir einige Bonitos in den Tunatubs gebunkert hatten und uns mit ein wenig Grundfischen vor der Isla Montousa warmgeangelt hatten, ging es weiter zur legendären Hannibal Bank. Schnell waren die Köderfische im Schlepptau ausgebracht und das Warten begann. Lange wurden wir allerdings nicht auf die Folter gespannt, denn schon nach kurzer Zeit schnappte sich ein stattlicher Sail den Bonito und tanzte hinter dem Boot auf der Schwanzflosse. Nach einem kurzem Drill durfte dieser dann nach der Fotosession weiterhin seine Runden im Pazifik drehen. Weitere Erfolge blieben leider aus, so dass wir beschlossen den ersten Tag Inshore mit ein wenig Spinnfischen ausklingen zu lassen. Mehrere stattliche Blue Jacks sorgten für reichlich Spaß am leichten Spinngerät. Ein kleinerer Roosterfisch bleibt leider auch nach 2 Fehlattacken nicht am Haken hängen. Am letzten Platz des Tages griff ich dann zur Jiggingrute und fing ein ganzes buntes Potpourri verschiedenster Fischarten. Ob Horseeye Jack, Rock Snapper oder Rainbowrunner, man wusste nicht, was als nächstes beißen wird. Ein stattlichen Cubera Snapper erwischten wir noch auf Chunkbait – nicht schlecht für den Start.

Während der nächsten Tage setzte sich die verhaltene Offshorefischerei fort. Wir konnten zwar noch einen weiteren Sail fangen, auch ein paar Doraden (Mahi Mahi) gesellten sich dazu und beim Deep Jigging in 200 bis 250m Wassertiefe erbeuteten wir noch einige schmackhafte Rooster Hind Grouper bis ca. 8kg, aber von den Yellowfin Thunfischen fehlte leider bis auf ein etwa 7kg schweres Exemplar jegliche Spur.  Inshore allerdings zeigten sich die Fische in ganz guter Beißlaune. Zahlreiche Cubera Snapper konnten wir beim Chunkbaitfischen überlisten in z.T. kapitalen Größen bis etwa 55Pfund. Immer wieder versuchten wir diese majestätischen Fische auch auf Popper zu überlisten, aber bis auf ein Exemplar und einen weiteren Nachläufer war dieses Unterfangen leider nicht von Erfolg gekrönt. Dafür fingen wir dieses Mal außergewöhnlich große Blue Jacks mit der leichten Spinnrute und nachts vom Hausboot konnten wir ettliche Horseeye Jacks zum Ausklang des Tages fangen.

Ein persönliches Highlight für mich war allerdings der Fang eines ca. 35pfündigen Roosters auf die leichten Spinnausrüstung. Unglaublich wie diese majestätischen Fische den Köder erst eine gewisse Zeit lang verfolgen um dann mit einer vehementen Attacke  die vermeintliche  schnell flüchtende Beute ähnlich eines Fuchses bei der Hasenjagd zu schlagen. Die ersten Fluchten und die Kampfkraft sind nur schwer zu beschreiben und wer nach erfolgreichem Drill dann einen solchen Prachtfisch in den Händen halten darf, der wird nur schwer von der „Roostersucht“ wieder loskommen.

Die Woche ging mal wieder viel zu schnell vorbei und den letzten halben Tag verbrachten wir mit ausgiebigem Lighttacklefischen an unserem Ausgangsort. 3 Rooster zeigten sich interessiert an unseren Köder, folgten diesen aber nur bis zum Boot. Eine ganze Reihe sportlicher Sierra Mackerels und ein wahres Crevalle Jack – Inferno mit ca. 30 gefangenen Fischen sorgten pausenlos für krumme Ruten. Zwar waren es überwiegend nur halbstarke Exemplare, aber an leichtem Gerät ein nicht zu unterschätzender Spaß.

Auch wenn in dieser Woche im Allgemeinen die Fische nicht in bester Beißlaune waren ist und bleibt Panama ein einzigartiges Reiseziel. Der unglaubliche Fisch- und Artenreichtum hat mich wieder auf’s neue fasziniert und es wird garantiert nicht mein letzter Besuch in einem dieser letzten Angelparadiese unserer Erde gewesen sein.

Statistik
Gefangene Fischarten:
- Sailfish
- Dorado (Mahi Mahi)
- Yellowfin Tuna
- Bonito
- Cubera Snapper bis ca. 55 Pfund
- Mullet Snapper
- Rock Snapper
- Rooster Hind Grouper
- Crevalle Jack
- Blue Jack
- Horseeye Jack
- Rooster bis ca. 35 Pfund
- Rainbow Runner
- Barracuda
- Sierra Mackerel
- Hornhecht