Infos und Montagen

Zu unseren Trophy Shads

Warum noch ein neuer Kunstköder?

Wer heutzutage auf der Suche nach einem Kunstköder ist, wird von einer undurchsichtigen Vielfalt an Varianten, Größen, Gewichten und Farben überflutet. Jeder behauptet für sich, der innovativste Top – Köder zu sein und ungleich mehr Fische zu verführen. Daher wird man sich an dieser Stelle vermutlich zu Recht fragen: Warum also noch ein weiterer Gummiköder namens Trophy Shad?

Trotz des überfüllten Marktes an Gummifischen haben viele eins gemein: Sie sind oft vorrangig hinsichtlich einer günstigen Produktion entwickelt und verführen oft nur den Angler zum Kauf. Ein Teil davon ist durch seinen Lauf nahezu unbrauchbar, viele Varianten und insbesondere aufwändigste, detailgetreue Farbdekore sind einfach nur Marketing. Natürlich gibt es auch einige hervorragende Gummiköder, welche im großen Stil in Serie produziert werden. Oft verschließen sich diese Großhersteller jedoch, wenn von Seiten der Angler sinnvolle Verbesserungen vorgeschlagen werden. Denn die Umstellung einer großen Spritzgussanlage oder Verkaufslogistik rund um den Globus kostet Geld – warum also etwas investieren, wenn die alten Modelle auch verkauft werden?

Schon immer waren wir auf der Suche nach einem Köder, mit welchem wir ein möglichst weites Einsatzgebiet wirkungsvoll abdecken können, um nicht mehr Variationen als nötig mit uns rumschleppen zu müssen. Das spart Gepäck bei weiten Reisen, schafft Vertrauen ins Angeln und senkt letztendlich auch die Kosten. Die Ergebnisse haben uns derart überzeugt, dass wir diese nun auch den anderen Spinnanglern nicht vorenthalten möchten.

Und was sind nun die Vorteile der Trophy Shads?

Wir erheben nicht den Anspruch, einen Superköder auf den Markt zu bringen, mit welchem jeder sofort überall die kapitalsten Fische fängt, ohne entsprechende Ortskenntnisse und Wissen über das Gewässer. Vielmehr stellt unsere Köderpalette eine konsequente und kontinuierliche Verbesserung der bekannten und bewährten Gummiköder und Systeme dar. Viele kleine Details – Farben, Form, Materialmischungen und Größen optimieren das Laufverhalten, die Auffälligkeit und Bissausbeute. Sie tragen in ihrer Ganzheit zu einem spürbar besseren Fangerfolg bei. Wir haben dabei immer den Anspruch im weltweiten Einsatz, genauso wie im Vereinsgewässer den maximalen Erfolg zu erzielen. Dabei testen und verbessern wir unsere Produktpalette immer wieder. Was wir hier anbieten, ist genau das, was wir auch selbst fischen! Überzeugende Fangberichte findet ihr in der Rubrik Berichte. Im Einzelnen möchten wir nun schildern, welche Details sich für uns als fangentscheidend heraus kristallisiert haben und welche Ideen dabei in unsere Produkte eingeflossen sind.

Die Farbe

Dringt weißes Sonnenlicht in klares (genau genommen, destilliertes) Wasser ein, verschwinden zunächst die langwelligen, energiearmen roten Anteile, danach Gelb, Grün, Blau und am Ende Violett. Noch tiefer dringt das für uns nicht mehr sichtbare Licht mit noch kleinerer Wellenlänge ein – das ultraviolette Licht. Nach diesen Gesetzen der Physik müsste die energiereiche Farbe Blau demnach am Längsten unter Wasser sichtbar bleiben. Doch alle unsere Gewässer enthalten mehr oder weniger viele Schwebeteilchen, welche zuerst die kurzwelligen, energiereichen blauen Lichtanteile absorbieren bzw. herausfiltern. So bekommt das Wasser je nach seiner Beschaffenheit einen Grün-, Gelb- oder Braunstich. Jedes Gewässer hat somit seine ganz individuelle Durchlässigkeit für eine bestimmte Farbe – und zwar horizontal genauso wie vertikal.

In einigen Fällen ist es belegt, dass sich die Sehzellenpigmente der Fischaugen auf ein bestimmtes, fürs Gewässer typisches Licht hin entwickelt haben. Ein Hecht im trüben Fluss wird besser im Grün-Gelb-Bereich sehen, während ein Hecht der klaren Boddengewässer sich möglicherweise mehr auf das Blauspektrum spezialisiert hat. Von einigen Lachsen weiß man, dass sie während ihrer Laichzeit ihre Farbwahrnehmung in den pinken Bereich umstellen, um die Laichfärbung besser zu erkennen. Genau das ist der Grund, warum sie zu dieser Zeit am aggressivsten auf pinke Köder reagieren: Sie sehen diese einfach am besten!

Eine alte Faustregel sagt: „Wähle deine Köderfarbe in der Farbe des Wasser und du liegst meist richtig“. Damit der Köder einen auffälligen Kontrast zu seiner Umgebung bildet, aber auch nicht unnatürlich wirkt, sollte er immer nur etwas greller sein als die Gewässerfarbe. Fällt dabei direktes Licht auf den Gummifisch, sollte dieser das Sonnenlicht reflektieren. Dieser durch Glitter erzeugte Effekt ist für viele Räuber ein besonders entscheidender Reiz!

Nicht nur die Schwebeteilchen im Wasser, sondern auch die Staubpartikel in der Atmosphäre filtern blaues Licht aus den Sonnenstrahlen. Steht die Sonne flacher am Horizont, müssen ihre Strahlen eine längere Luftschicht durchqueren und es treffen vermehrt gelb-rote Lichtwellen im Wasser ein. Deshalb macht es morgens und abends Sinn, mit genau diesen Farben zu fischen.

Ultraviolettes Licht dingt tief ins Wasser ein, abhängig vom Trübungsgrad. Unsere fluoreszierenden Köder nehmen dabei das für uns unsichtbare, ultraviolette Licht auf und strahlen es in der für uns und die Fische sichtbaren, natürlichen Köderfarbe intensiver wieder aus. Dadurch bleibt die Farbe in großer Tiefe oder Dunkelheit länger stabil – sie scheint zu leuchten.

Die Farben der Trophy – Shads sind genau auf diese Gegebenheiten unter Wasser abgestimmt. Durch eine intelligente Kombination aus Farben benachbarter Lichtspektren ist es uns gelungen, die Farbpalette auf ein Minimum zu reduzieren – und dennoch für jede Situation am Wasser das optimale Dekor dabei zu haben. Wir haben eine Menge Versuche mit Farben unternommen. Haben in Gewässern mit unterschiedlichen Ködern direkt nebeneinander gefischt, wo wir teilweise über hundert Hechte oder über zwanzig Nilbarsche am Tag fangen konnten. Dabei haben wir schnell erkannt, welche Farb-Vorlieben einfach nur „persönlich“ sind oder sich tatsächlich durch mehr Bissattacken bestätigen lassen.

Unsere Standardfarben haben  wir genau auf diese Farbspektren abgestimmt!

Sonnenlicht                                                                                                      UV-Licht

Glamour Herring

Dieses natürliche Dekor ist für klares Wasser geeignet und auch überall dort besonders effektiv, wo sich Räuber auf Heringe und andere silbrige Beutefische spezialisiert haben. Der Rücken ist mit seinem Silber – Glitter auf blauem Grundton auf eine maximale Reflexion getrimmt. Der Bauch in Pearl – Silber reflektiert einfallendes Licht und bildet bei etwas trüberen Wasser- oder Lichtverhältnissen immer noch einen guten Kontrast zur Umgebung.

 White Machine

Diese Farbe ist eine klassische Kontrastkombination aus weißem Bauch und dunklem Rücken. Dieser ist jedoch nicht einfach nur dunkel, sondern motoroil farbend mit goldenem Glitter. Motoroil ist ein besonderer Braunton, der grün fluoresziert. Das lässt den Köder natürlich erscheinen und bietet bei mäßig trüben Verhältnissen einen besseren Kontrast. Damit kann diese Farbkombination als echte Allroundfarbe gesehen werden.

 Wild Honey

Bei klaren Lichtverhältnissen sind Köder mit Glitter im Vorteil. Fischt man nun einen Gummifisch, welcher aus komplett durchsichtigem Material mit Glitter gegossen ist, erfüllt er diesen Zweck durchaus. Sobald die Sonne hinter Wolken verschwindet, es einen Regenschauer gibt oder man den Köder kurzzeitig auch mal etwas tiefer fischt, verliert diese Farbe jedoch schlagartig ihre Wirkung. Wir konnten dabei im direkten Vergleich mit etwas auffälligeren Farben feststellen, wie die Bissfrequenz in solchen Situationen auf ca. 1:5 sank. Gerade bei gemischtem Wetter wird man schließlich unsicher, welche Farbe am besten noch wahrgenommen wird, aber nicht unnatürlich erscheint. In solchen Situationen hatten wir oft mit dezent fluoreszierenden Ködern, z.B. Grün – Gelb oder Motoroil, sehr überzeugende Ergebnisse erzielt. Wild Honey verbindet nun diese Farbaspekte zu einer Kombination, welche den Köder für die Räuber optimal sichtbar macht und dabei immer natürlich erscheinen lässt. Die goldenen Glitteranteile auf dem Rücken sorgen bei Sonne für ordentliche Lichtreflexe im Wasser. Sie sind dabei mit fluogrünem Grundmaterial unterlegt. Der dezent fluoreszierende Gelb – Grün – Goldene Bauch hingegen hält den Köder auch in dunklerem Wasser als guten Kontrast erkennbar. Eine solche Farbe gab es bisher auf dem Markt nicht!

 Dark Water Sun

Die Farbkombination fluogrüner Rücken und fluogelber Bauch ist hingegen ein Klassiker und darf natürlich auch bei unseren Ködern nicht fehlen. Diese extrem grelle Abstimmung kommt vorrangig dann zum Einsatz, wenn das Wasser trüb ist, tief gefischt wird und auch in der Morgen- und Abenddämmerung. Da unter diesen Bedingungen der Köder keine Lichtstrahlen mehr reflektieren kann, besitzt er auch keine Glitteranteile – denn diese würden den fluoreszierenden Effekt ja auch nur schmälern. Wir haben hier absolut nicht mit Fluofarbe gespart!

Mr. Pink

In sehr frühen Morgenstunden, sehr späten Abendstunden oder bei bräunlich-angetrübten Wasser gewährleistet die Farbkombination aus fluoreszierendem Pink und Orange die beste Sichtigkeit unter Wasser. Auch wenn in diesen Situationen meist noch gut mit den Farben Grün / Gelb gearbeitet werden kann, stellt diese Kombination eine weitere sinnvolle Optimierung der Bissfrequenz dar.

Red Devil

Im Meeresbereich ist “japanrot”, also fluoreszierendes Rot, schon lange bekannt als gute Farbe. Zusammen mit dem Schwarz-Glitter-Rücken bietet unser Red Devil nun ein super Krebsimitat, einen tollen Farbkontrast und maximale Leuchtkraft. Wir und unsere Kunden waren bei den Dorschfängen schnell überzeugt von dieser Farbkombination, und deshalb darf es nun auch nicht in unseren Standard-Dekoren fehlen!

Die Form

Die Form sollte so konzipiert sein, dass der Gummifisch ein sehr leichtläufiges, aber druckvolles Spiel im Schwanzbereich aufweist und dabei eine schnell flankende Bewegung über den ganzen Körper ausführt. Er muss trotz möglichst wenig Eigengewicht stabil aufrecht im Wasser laufen und sich nicht drehen oder auf die Seite legen – auch nicht bei Verwendung unserer Drillingssysteme, welche auf dem Rücken angeordnet werden. Die Schwanzschaufel muss unter allen Bedingungen sauber arbeiten und darf nicht überdrehen. Um die Bissausbeute und die leichtgängige Führung des Köders zu verbessern, haben wir Wert auf ein schlankes Körperprofil gelegt. Das kommt auch gleichzeitig den Beutefisch-Vorlieben vieler Räuber entgegen.

Die hintere Hälfte des Trophy-Shads ist daher sehr flach ausgeführt und gewährleistet ein lebhaftes Spiel der Schaufel. Der lange, gerippte Bereich sorgt dafür, dass die Schaufel nicht überdreht, sondern sich der Gummifisch je nach Geschwindigkeit und Strömung immer mehr „aufladen“ kann. In der aufgedickten vorderen Gummifischhälfte wird der Drehimpuls schließlich in das verführerische Flanken des Köders umgewandelt. Dabei sorgt die V-Form des Körpers für einen stabilen Lauf.

Am Rande: Eine rippenförmige Ausführung des Schwanzteiles ist für die Beweglichkeit entgegen allgemeiner Meinung nicht zwingend erforderlich und kommt bei uns nur zum Einsatz, um den Schwanzteil vor „Bisswunden“ besser zu schützen. Denn die Schaufel macht eine Drehbewegung und schwenkt nicht zur Hauptachse eines Gummifisches. Und ein „gedrehtes Scharnier“ hat eben keine Funktion. Entscheidend sind alleinig die Verläufe der Querschnittsflächen an allen Positionen, um einen sehr leichtgängigen, aber druckvollen Köder zu schaffen (Für weitere Vertiefung siehe Stichwort „Polares Widerstandsmoment bei Torsion“). Wer daran zweifelt, sollte einmal ausprobieren, an handelsüblichen gerippten Gummifischen diese Rippen abzuschneiden- es wird das Laufverhalten nicht großartig verändern. Oft sind diese Rippen in Bereichen angeordnet, in welchen das Material ohnehin nicht mehr arbeitet.

Das Material

Die härtere Gummimischung sorgt in Kombination mit der strömungstechnisch optimierten Grundform für einen leichtgängigen, druckvollen, schnell flankenden und langlebigen Köder. Soll der Köder extrem leichtgängig und weniger druckvoll und flankend laufen, kann man den Köder problemlos für 10 Minuten in kochendes Wasser legen (Bitte im selben Topf keine Lebensmittel zubereiten!). Wir bieten das extra weiche Material nicht als eigenen Typ an, da wir selber auf unseren Touren immer nur den härteren Ausgangstypen dabei haben und diesen vor Ort bei Bedarf flexibel anpassen. Das spart Material und „Ladenhüter“. In der Regel ist das aber überhaupt nicht erforderlich!

Die Köderführung

Ursprünglich wurden Gummifische nur am Grund gejiggt oder vertikal geführt. Das ist natürlich nur einer von vielen Einsatzfällen. Auf Hecht angeln wir größtenteils mit den Trophy Shads im Mittelwasser oder sogar an der Oberfläche. Auch im Freiwasser “jiggen” wir die Trophys mit leichten Schlägen und kurzen Absinkphasen. Dadurch lädt sich der Schwanzbereich regelrecht auf und gibt stoßweise hochfrequente, starke Druckwellen ab. In der sanften Absinkphase kommen dann die meisten Bisse!

Die Größen

Wir haben alle relevanten Größenabstufungen mit im Programm, um auf alle Fische vom Flussbarsch bis zum Nilbarsch ein passendes Beutespektrum abzudecken. Da diese Gummifische sehr viel Druck erzeugen, halten wir eine maximale Größe von 25cm  für ausreichend.

Lagerung

Alle von uns gefertigten Trophy Shads werden bis kurz ihrem Versand gerade auf dem Rücken gelagert, sind daher exakt gerade. Dieses ist für einen sauberen Köderlauf sehr wichtig.

Auch in der Köderbox sollten unsere Köder, wie alle anderen Gummifische auch, gerade gelagert werden, da nach ein paar Wochen in Zwangslage bleibende Verformungen entstehen können (Kriechverhalten des Kunststoffes).

Tipp: Falls die Trophy Shads doch mal über längere Zeit in deiner Köderbox gekrümmt gelagert wurden, kann man diese Köder ca. 10 Minuten in kochendes Wasser (bitte im selben Topf keine Lebensmittel zubereiten!) geben und im Anschluss gerade auf den Rücken legen und abkühlen lassen. Dann werden sie wieder gerade, aber auch wesentlich weicher.

Bleiköpfe – Trophy Jigs

Die Gummifischbefestigung

Wir sind immer wieder erstaunt darüber, warum noch so viele Spinnangler mit dem klassischen Jighaken fischen – obwohl die gravierenden Nachteile doch eigentlich bekannt sind! Durch die lange, starre Verbindung von Haken und Bleikopf entsteht ein langer Hebel, welcher in Kombination mit dem Gewicht ein rasches Aushebeln oder Abschütteln des Köders aus dem Fischmaul begünstigt. Diese Gefahr ist dann besonders groß, wenn der Köder nicht komplett im Fischmaul verschwunden ist. Werden Waller mit einem einfachen Jighaken hinter der Kauleiste des breiten Oberkiefers gehakt, hebeln sie sich meist bei der ersten Flucht nach vorn sofort wieder aus. Daher verzichten wir schon seit Jahren auf den Jighaken und haben ihn in der Vergangenheit mit der Zange zurück in den Gummiköder gebogen. Dabei musste man aber genau aufpassen, dass der Gummiköder nicht ausgebeult wurde und sich dann im Wasser auch mal um die eigene Achse drehte.

In letzter Zeit kamen auch geschraubte Jigköpfe auf den Markt – allerdings nicht in allen Gewichtsklassen, ausreichend großen Spiralen und vor allem Spiralen, welche direkt in den Bleikopf verlaufen. Und so sehen unsere Trophy Jigs aus: Dank der 4cm langen Spirale mit 7mm Außendurchmesser haben sie eine Auszugskraft aus dem Köder von sagenhaften 5kg – das schlägt kein Fisch von der Spirale! Für Gummis bis 11cm lassen sich auch prima Schraubköpfe mit einfachen Schrauben verwenden. Hat man keine Hänger, halten die Schraubköpfe fast ewig, da kein Jighaken stumpf werden kann!

 Der Verzicht auf den starren Jighaken hat uns schon über tausend Spinnfische gebracht und die Aussteigerquote deutlich reduziert. Dabei verletzt man die Fische auch wesentlich weniger. Gerade bei großen, springenden Fischen wie den Nilbarschen und Hechten im Fluss ist diese Montage nicht mehr weg zu denken – niemand von uns würde jemals wieder anders fischen!

Die Jig-Form

Mittlerweile findet man auf dem Markt eine Vielzahl von Bleikopfformen. Doch welche Ausführen bringen in der Praxis wirklich mehr Fische? Wir haben festgestellt, dass die Bleikopfformgestaltung eigentlich überbewertet wird. Der größte Anströmungsdruck entsteht durch den Gummiköder selbst, der Bleikopf überragt die Köderkonturen von vorn betrachtet meist nur minimal oder überhaupt nicht. Deshalb verzichten wir auf unseren Angeltouren auf verschiedenste Ausführungen und greifen auf die kompakteste und universellste Formgestaltung zurück: Den Rundkopf.

Die Aufhängung

Ist die Öse vorne am Bleikopf angebracht, hängt dieser ohne Gummiköder gerade nach unten, bei mittiger Anbringung steht er waagerecht. Oft wird behauptet, dass ein Köder beim An-Jiggen steiler aufsteigt, je weiter vorne die Aufhängung angebracht ist. Das ist physikalisch Unsinn – unser Köder wird immer in Zugrichtung aufsteigen (solange er keine Flügel oder Schaufeln wie ein Wobbler besitzt)! Die richtige Aufhängung bewirkt vielmehr, dass der Köder durch seine Wasserverdrängung eine geringere Drehbewegung ausführen muss, bis er in Zugrichtung ausgerichtet ist und erst dann seine Schwanzschaufel optimal angeströmt wird. Die Aufhängung hat somit einen Einfluss auf die Leichtläufigkeit unseres Köders. Wird die Schwanzschaufel umströmt, bekommt der Schwanzteil eine leichte Auftriebsbewegung. Dem steht wiederum das Gewicht der Drillinge gegenüber, welche zum jeweiligen Köder halbwegs abgestimmt sein sollten.

Im Moment des An-Jiggens wäre demnach eine Frontbefestigung am optimalsten. In der Absinkphase hingegen eine Aufhängung mit dem Kopf schräg nach unten, da unser Köder nun wie ein Pendel an der Schnur nach unten taumelt und die Anströmung der Schwanzschaufel am effektivsten ist, wenn der Köder von Anfang an in Richtung des Abtaumelns ausgerichtet ist. Um einen optimalen Kompromiss zu bieten, fischen wir all unsere Jig-Köpfe mit gerader Aufhängung und haben dabei in allen Präsentationsphasen bei Verwendung unserer Hakensysteme einen optimalen Lauf.

Die Gewichte

„Ein guter Spinnfischer hat nicht unzählige Gummifischvarianten dabei, dafür aber eine Vielzahl verschiedener Bleigewichte.“ Diese Redewendung ist an sich zutreffend. Jedoch sollte man dabei nicht außer Acht lassen, dass es in vielen Situationen oft nicht möglich ist, über einen kompletten Wurf das optimale Gewicht zu fischen. Haben wir zum Beispiel das Boot über tieferem Wasser verankert und werfen in eine flache Bucht, brauchen wir am Anfang des Wurfes ein geringeres Gewicht als am Ende, wenn wir unseren Köder weiter ins tiefere Wasser abgleiten lassen wollen. Denn wir benötigen immer mehr Gewicht, je tiefer das Wasser ist und je steiler die Angelschnur ins Wasser zeigt. Natürlich spielt übergeordnet auch die Stärke der Angelschnur, Strömung und Wind eine entscheidende Rolle.

Die folgende Tabelle gibt einen Anhaltspunkt, welche Bleikopfgewichte zu unseren Trophy Shads passen:

Hakensysteme: Stinger für Trophy Shads

Funktion und Anbringung

Da wir auf den starren Haken im Jigkopf verzichten, kommt unseren Haken-Einhängersystemen eine besondere Bedeutung zu. Je nach Ködergröße und Zielfisch bestehen diese aus ein bis zwei Drillingen, welche durch leichtes Einstechen im Gummiköder fixiert werden – der Drilling sollte dabei möglichst hoch frei stehen und die Stinger-Schnur stets straff sein! Beim Biss und im Drill wird der greifende Haken dann aus dem Ködermaterial gezogen, der gehakte Fisch kann sich nicht mehr über eine starre Verbindung zum Bleikopf aushebeln und auch ein Abschütteln des Köders wird erschwert.

Bei allen Ködern, die wir nicht direkt an der Oberfläche fischen, empfehlen wir eine Anbringung aller Haken auf dem Rücken. Dadurch fassen sie meist sicher im Maulwinkel oder Oberkiefer und das Risiko tödlicher Verwundungen der Kiemenbögen wird deutlich verringert. Außerdem wird das Hänger-Risiko reduziert. Auch verhindert der Drilling ein Einschlitzen des Oberkiefers, wie es bei starren Jighaken öfters vorkommt. Insgesamt sind die Fischverletzungen – selbst bei zwei Drillingen – meist geringer als bei einem Jighaken und deutlich geringer als bei Wobblern. Greifen Fische einen an der Oberfläche geführten, zur eigenen Größe verhältnismäßig großen Köder zunächst quer und von unten an, macht eine Aufhängung der Haken am Bauch Sinn, um Fehlbisse zu vermeiden. Dabei werden die Haken freihängend mit Kupferdraht im Gummi fixiert. Dieser löst sich beim Biss ebenfalls vom Köder. Ein typischer Anwendungsfall für diese Anordnung der Drillinge ist das Angeln mit Großködern auf Hecht im Freiwasser.

Alle unserer Hakensysteme sind so abgestimmt, dass sie bei Anbringung auf dem Rücken den Trophy Shad nicht zum Kippen bringen.

Die Stinger befestigen wir direkt am Wirbel, und diesen mit einem Springring an der Bleikopföse. So haben wir keine unnötigen Schwachstellen und können für das Einhängen des Gummifisches einen relativ schwachen Springring wählen, welcher den Köderwechsel erleichtert!

Trophy Stingers leicht bis mittel

Wir verwenden für die leichte bis mittelschwere Spinnfischerei (Ruten bis ca. 120gWG, z.B. auf Hecht, Zander, Barsch) Owner Drillinge der Stärke ST36– diese Haken kleben förmlich und haben einen sehr geringen Eindringwiderstand. In den meisten Fällen verwenden wir nur einen Drilling. Als Schnurmaterial wird universell flexibles 7×7 Stahlgeflecht von 24kg Tragkraft (Flexonit) verarbeitet.

 Stinger mit einem Drilling

 Stinger mit zwei Drillingen

Stinger mit einem freihängenden Drilling für Gummifischmontage ohen Bleikopf für das Oberflächenangeln – so lässt sich der Trophy Shad ganz nah an der Oberflächte twitchen und bleibt immer in aufrechter Position

Trophy Stingers heavy

Bei großen Fischen wie Wallern und Nilbarschen kommen kräftige, aber ultrascharfe Owner St41 Haken zum Einsatz. Das Schnurmaterial ist flexibles 7×7 Stahlgeflecht von 40kg Tragkraft (Flexonit XXL), da geflochtene PE-Schnüre oft nur begrenze Abriebeigenschaften besitzen und schnell verschleißen. Bei großen Fischen besteht die Gefahr, dass diese einen Karabiner im Drill öffnen – deswegen verzichten wir (wie auch beim Big Game im Salzwasser üblich) komplett darauf. Wir knüpfen unser Vorfach immer direkt an den Wirbel des Stingers! Das ist zwar etwas umständlicher, aber zu hundert Prozent sicher!

16er Trophy Shads montiertmit einem schweren Drilling Owner ST41 2/0. Auch hier läuft der Gummifisch noch aufrecht!

Tipp: Auf Widerhaken verzichten

Wir empfehlen, generell alle Widerhaken anzudrücken und „barbless“ zu angeln! Hält man den Zug aufrecht, verliert man dabei absolut weniger Fische, schont diese merklich beim Hakenlösen und macht auch ein Entfernen des Hakens aus der eigenen Haut schmerzfreier. Darüber hinaus reduziert man den Eindringwiderstand des Hakens ins Fischmaul – und fängt am Ende sogar mehr Fische! Wir fischen in fast allen Fällen und auf Hecht und Zander generell OHNE Widerhaken! Einfach mal ausprobieren!

Vorfächer

Generell wird oft mit viel zu dünnen Vorfächern gefischt, welche dann aus Ermüdung genau dann brechen, wenn der dicke Fisch einsteigt. Wir fischen dabei mit folgenden Vorfächern:

Hecht: 7×7 Stahl in 24kg (Flexonit), Fluorocarbon 100% in 0,80mm (Savage Gear) oder Titan in 40kg

Waller: Mono in 1,2mm oder PE-Geflecht in 1,5mm (Mantikor Rig Line 144kg)

Nilbarsch: 7×7 Stahl in 40kg (Flexonit XXL), Mono in 1,2mm