Aktion Embalse de Mequinenza

Oktober 2016

Wir beenden unsere Aktion zum Schutz des Embalse de Mequinenza!

Leider war es nicht möglich, dieses einstige Ausnahmegewässer für Generationen zu bewahren. Eine Einführung einer zusätzlichen Wochenlizenz für 30€ ab 2016 kam zu spät. Ebenso konnten wir auch nicht feststellen, dass dadurch mehr Kontrollen in den Bereichen der größten Wallerbestände finanziert und durchgeführt wurden. Immer noch wurde weiter abgeschlachtet und gewildert, mit allen erdenklichen Methoden, vorrangig Legeleinen. Wir schätzten den ehemaligen Bestand von Wallern über 2m zum derzeitigen Zeitpunkt auf maximal 10 Prozent ein. Davon zeugten starke Rückgänge der Großfischfänge und eine stärkere Population an Jungfischen. Hier zeigte sich wieder einmal: Waller lassen sich als Spezies nicht ausrotten, lediglich die Alterspyramide ändert sich in einen anderen und instabileren Zustand.

So haben am Ende weder die Behörden ein Gewinn, noch die Sportangler. Wir hoffen, dass diesem Beispiel nicht weitere Gewässer folgen werden. In der neuen EU-Politik steht die Ausrottung invasiver Arten auf dem Programm, darunter auch der Waller in vielen Gewässern und Ländern. Dabei wird wahlloses Töten geduldet, gefördert oder direkt durchgeführt. Wer so etwas fordert und umsetzt, sollte konsequent sein: Nicht die Waller haben die einstigen heimischen Fischarten ausgerottet, sondern der Mensch schon lange vorher durch Industrialisierung, Überdüngung und Zerteilung aller größeren Flüsse in Staustufen. Gerade letztes wird die Wiedereinbürgerung von den ehemals immensen Lachs- und Störbeständen sicherlich unmöglich machen. Die heutige Welspopulation ist lediglich die Antwort der Natur auf eine vom Menschen radikal veränderte Umgebung, wo sie ein neues, ausgeglichenes Ökosystem geschaffen hat. Dabei hat der Waller nirgendwo nachweislich eine andere Fischart verdrängt.

Unser Fazit muss lauten: Good by Embalse de Mequinenza für immer, es waren schöne Zeiten. Leider werden solche unsere Kinder nicht mehr erleben dürfen….

 

Januar 2014 . Brief

Martin Sack

Wir haben diesen Brief am 31.01.2014 an die spanischen Behörden gesendet:

Confederation Hidrografica del Ebro: informacionalciudadano@chebro.es

Jeder, der sich der Schutzaktion anschließen möchte, kann diesen Text und Artikel gern kopieren, weiterleiten und selber veröffentliche. Oder selber bei den Behörden seine Unterstützung kundtun!

 Brief:

Embalse de Mequinenza – Goldgrube oder Müllhalde?

Die Ausgangssituation

Dieser Vorschlag soll ein Anregung sein, dieses Naturparadies nachhaltig und für alle Seiten sinnvoll zu bewirtschaften.

Die aktuelle Situation am Embalse de Mequinenza kann für niemanden zufriedenstellend sein. Anwohner und Grundbesitzer klagen über Müll, Fäkalien und abgeholzte Bäume. Angler über Fischkadaver und staatlich gefördertes Abschlachten von Wallern und Naturschützer über eingeschleppte Fischarten. Für rund 10€ kann das ganze Jahr gefischt werden, maximale Entnahmemengen gibt es bei Welsen nicht. Das lockt viele „Angler“ an die Ufer, welche beim wilden Campen keinen besonderen Wert auf Sauberkeit und Naturschutz legen.

Der wirtschaftliche Wert des Sees

Der wirtschaftliche Wert des Sees wird maßgeblich von seinen Fischarten bestimmt: Waller, Zander, Schwarzbarsch und Karpfen. Durch den späteren (illegalen) Besatz sind hier besonders die größten Waller des Sees noch ca. 20cm kleiner als ihre Verwandten im Embalse de Riba Roja und anderen europäischen Top-Revieren wie dem Po in Italien oder der Rhone in Frankreich. Dafür ist die Fischdichte an großen Welsen über 2m im Embalse de Mequinenza um ein unglaublich vielfaches höher. In ein paar Jahren, wenn die Welse überall in ihren neuen Lebensräumen Europas ihre endgültige Länge erreicht haben, wird dieser See die mit Abstand größte Großfischdichte an Welsen aufweisen. Vermutlich wird es weltweit kein Gewässer im Süßwasser geben, wo ein Angler mehr große Fische über 50kg fangen kann. Die Angler aus aller Welt suchen immer Gewässer mit dem absolut größten Fischen ihrer Art – irgendwann könnte das beste Welsgewässer nicht mehr der Po, die Rhone oder der Embalse de Riba Roja sein, sondern der Embalse de Mequinenza, und das mit großem Abstand!

Die Idee für nachhaltige Bewirtschaftung

Mit einem nachhaltig bewirtschafteten See könnte Aragon viel Geld verdienen und gleichzeitig viele heutige Problem abstellen.

Die Jahreslizenzen von ca.10€/Jahr sind viel zu gering. Diese könnten sicherlich auf 10€/Tag angehoben werden. Auch könnte man für das Zelten an den Ufern zusätzliche Lizenzen vergeben, z.B. noch einmal 10€. Ziel wäre es dabei, die Angler zu reduzieren bei gleichzeitiger Steigerung der Einnahmen. Steigt die Nachfrage, könnten die Preise weiter angehoben werden. Von diesen Einnahmen würde dann das Land Aragon profitieren und könnte ein Teil davon in wirkungsvolle Kontrollen umsetzen.

Um die Preise zu rechtfertigen, würden alle Fischarten komplett geschützt, es wäre nur noch catch & release erlaubt. Zumindest müssten Entnahmemengen auch für Welse eingeführt werden und gerade die größeren Exemplare müssten zu 100% geschützt werden. Ein Kompromiss wäre z.B. eine begrenzte Entnahme-Erlaubnis von Welsen z.B. bis 1,50m, Zandern bis 70cm, usw.

Die Angelmethoden müssten wieder liberalisiert werden. Verbietet man Bojenangeln, Köderfischangeln und das Füttern mit Pellets, wird der Fang von Welsen zu schwierig, um das Gewässer für Angler interessant zu machen. Um Müll zu vermeiden, könnten Bojen z.B. gegen Pfand bei entsprechenden Ausgabestellen erworben werden. Oder nur desinfizierte, heimische Köderfische erlaubt sein, welche an entsprechenden zugelassenen Angelläden gekauft werden müssen.

Wer sich an diese Regeln nicht hält, mit unerlaubten Mitteln fischt, Ufer verschmutzt, Bäume abholzt und Feuer macht, dem sollte die Fischereierlaubnis neben einer Geldstrafe für ein Jahr entzogen werden.

Auf diese Weise würde sich der Embalse de Mequinenza von der heutigen Müllhalde in ein Angel- und Naturparadies verwandeln, welches zu den attraktivsten Angelspots der Welt zählen könnte. Und dann auch nur entsprechendes Klientel an Anglern an seine Ufer oder aufs Wasser locken würde.

Ist das auch im Interesse des Naturschutzes?

Umweltschützer werden nun sicherlich klagen, dass das Geschäft mit invasiven Fischarten nicht über dem Naturschutz stehen darf. Durch den Menschen eingeführte Fischarten sind Waller, Zander und Schwarzbarsch. Und sogar der Karpfen ist nicht heimisch und wurde im Mittelalter eingeschleppt. Diese Fische haben jedoch nicht das ursprüngliche ökologische System verändert – den heimischen Arten wurde der Lebensraum zuvor durch die Verbauung mit Staudämmen und zunehmende Nährstoffeinträge jegliche Grundlage genommen. Die invasiven Fischarten bilden nun ein neues Ökosystem, angepasst an den menschlichen Einfluss. Rottet man sie aus, würden die ursprünglichen Arten dadurch nicht wieder heimisch werden.

Weiterhin lassen sich Fische wie der Waller nicht einfach ausrotten. Die gesamte Biomasse an Räubern wird sich immer dem natürlichen Nahrungsangebot anpassen. Verschwinden also viele große Welse aus dem Gewässer, wird das in den Folgejahren zu ungleich höheren Nachwuchsraten führen. Man verändert dadurch nur die Alterspyramide hin zu massenhaften Aufkommen an Jungfischen. Dieses Phänomen ist heutzutage an allen stark überfischten Gewässern des Ostens zu beobachten (z.B. Ili, Donau, Wolga).

Da man den Welsbestand ohnehin nicht regulieren und auch nicht das alte Ökosystem wieder erzeugen kann, sollten die Einnahmen aus der Sportfischerei im Sinne des Naturschutzes besser dafür genutzt werden, neue Gewässer vor invasiven Arten zu schützen und noch ursprüngliche Gewässersysteme zu erhalten oder zu renaturieren.

Warum muss schnell gehandelt werden?

Für den Angel Tourismus sind lediglich die großen Fische interessant. Da Welse bis zu 80 Jahre alt werden können, dauert es sehr lange, bis sich ein dezimierter Bestand wieder erholt hat. Werden die Fische über 2m nicht wirkungsvoll geschützt, ist das Potenzial zum weltbesten Welsgewässer in wenigen Jahren auf lange Zeit verspielt. Denn gerade die sehr großen Fische wachsen nur noch sehr langsam.

Wie machen es andere Länder?

Viele Länder haben das Potenzial ihrer Gewässer längst erkannt oder bereits durch wirkungsvolle Maßnahmen nachhaltig geschützt und profitieren langfristig von lukrativen Einnahmen in der Tourismusbranche.

Diese Länder sind nur wenige Beispiele:

Kanada, Fraser River: Nordamerikas Störfluss Nr.1, möglicherweise der letzte Fluss der Welt, welcher dieser Fischart einen intakten Lebensraum bietet. Und nun eine große Tourismusbranche stellt.

Uganda, Nil: Im Murchison Falls Nationalpark sind Dank striktem Entnahmeverbot heutzutage die besten Nilbarschfänge der Welt möglich. Dafür werden Tagespreise für Angellizenzen von bis zu 50$ zuzüglich 35$ für den Aufenthalt im Park verlangt. Einstige Paradiese wie der Lake Nasser oder Lake Viktoria haben dagegen durch Überfischung an Bedeutung verloren.

Nordamerika: In Kanada und Alaska wird bei der Angelei auf Hecht weitgehend catch&release betrieben. Dadurch sind die Bestände an Großfischen nicht mit denen aus Europa zu vergleichen, trotz geringer Abwachsraten in den kälteren Gewässern.

Was wird Aragon tun?

Diese Liste ließe sich beliebig fortführen, doch die entscheidende Frage lautet: Wohin soll sich der Embalse de Mequinenza in den nächsten Jahren entwickeln – in eine Müllhalde oder eine Goldgrube für jedermann?

Anbei auch der originale Brief in Spanisch:

Embalse de Mequinenza – Fuente de riqueza o vertedero?

La situación inicial

Este escrito se realiza con el ánimo de administrar razonablemente este paraíso natural para que sea duradero en el tiempo.

La situación actual del Embalse de Mequinenza no es satisfactoria para nadie. Tanto residentes como visitantes se lamentan de la existencia de gran cantidad de basura, heces y árboles cortados. Pescadores sobre cadáveres de peces y siluros degollados promocionado por gobierno y ecologistas. Por más o menos 10€ es posible pescar todo un año, no existiendo un máximo de capturas. Esto atrae a muchos “pescadores” a los bancos que no ponen ningún valor especial sobre la limpieza y la protección de la naturaleza acampando de forma salvaje.

El valor económico del lago

El valor económico del lago está determinado en gran medida por sus especies de peces: siluro, lucioperca, carpa. Por la tarde de la media (ilegal ), especialmente el siluro más grande del lago es todavía unos 20 cm más pequeño que sus parientes en el Embalse de Riba Roja y otras cuencas europeas de la talla del Po en Italia o el Ródano en Francia. Para ello, la densidad de grandes siluros de más de 2 m en el embalse de Mequinenza es un increíblemente mucho mayor. En unos pocos años , cuando los siluros han alcanzado su longitud final de todo el mundo en sus nuevos hábitats en Europa, este lago tendrá , con mucho, la densidad más grande de pescado al por mayor en el bagre . Es de suponer que no habrá agua en el mundo de agua dulce , donde un pescador puede capturar peces más grandes más de 50 kg . Los pescadores de todo el mundo siempre en busca de las aguas con el pez más grande absoluta de su clase – en algún momento podría ser las mejores aguas de bagre ya no es el Po , el Ródano o el Embalse de Riba Roja del ser, pero el Embalse de Mequinenza , y por un amplio margen !

La idea

Con un lago eficientemente administrado, Aragón puede beneficiarse económicamente y puede evitar al mismo tiempo muchos de los problemas que existen actualmente.

Podríamos plantear algunas posibilidades: Las licencias de pesca que cuestan hoy en día aproximadamente unos 10€ anuales podrían subirse a 10€ por día de pesca. Otra posibilidad sería vender licencias adicionales para acampar a la orilla, (por ejemplo 10€/día adicionales por acampar). El objeto es reducir la gran afluencia del número de pescadores con un aumento de ingresos simultáneo. De estos ingresos Aragón se puede beneficiar y puede aplicar unos controles eficaces.

Para justificar esos precios, todos los peces estarían completamente protegidos, sólo estaría permitido atrapar y liberar. También se podrían introducir cantidades de abstinencia para el siluro e incluso los especímenes más grandes tendrían que ser del 100% protegido. Un compromiso podría ser, por ejemplo, un permiso de muestreo limitado de siluro a 1,50 m, la perca de 70cm, etc.

Los métodos de pesca también deberían liberalizarse. Prohibir la pesca con boya, pesca con cebo vivo y la alimentación con pellets de pez gato es demasiado difícil hacer interesantes estas aguas para los pescadores. Para evitar desperdicios, por ejemplo, se podrían proporcionar las boyas a cambio de una fianza en los puntos de distribución adecuados, o simplemente desinfectarlas, también se puede permitir peces de cebo de especies nativas, que se podrían comprar en las correspondientes tiendas de aparejos.

Los pescadores que no aceptan reglas, pescan con métodos ilegales, ensucian orillas, talan árboles o hacen fuego, y se les debería retirar la licencia para un año además de la correspondiente multa.

Así el Embalse de Mequinenza puede cambiar de ser como es actualmente, un vertedero, en una paraíso de pesca y naturaleza, pudiendo figurar entre las aguas de pesca más interesantes de todo el mundo atrayendo por consiguiente clientes- pescadores al lago.

¿Pero es esto lo que interesa a los que protegen la natualeza?

Los ecologistas seguramente no estarán de acuerdo con estos planteamientos, este colectivo considera que el negocio con especies invasivas no puede ser más importante que la protección de la naturaleza. Es importante destacar que es el hombre quien ha implantado el siluro, la lucioperca y la perca negra, y la carpa fue implantada ya en la Edad Media.

Pero estas especies no han modificado el sistema ecológico primitivo – ya antes, las especies indígenas desde su origen, han perdido sus características iniciales y han evolucionado durante su existencia a causa de la construcción de presas y el vertido de muchos nutrientes en el agua causado por la agricultura. Actualmente las nuevas especies invasivas componen una nueva sistema ecológico, adaptado a la influencia del ser humano. Si estas especies son exterminadas desaparecerán para siempre.

No es inteligente exterminar sin más peces como el siluro. Toda la biomasa de depredadores se va a adaptar al alimento natural del agua. Si desaparecen muchos de los grandes siluros del agua, en los próximos años va a ver una gran cantidad de peces jóvenes. Solamente canviaría la pirámide de edades con un masivo volumen de peces jóvenes. Este fenómeno es actualmente la realidad en todas las aguas del oriente que están sobreexplotadas (por ejemplo Donau, Wolga, Ili).

Ante esa situación no es posible regular la existencia de siluros y tampoco es posible regenerar el sistema ecológico primitivo, es más razonable utilizar los ingresos provenientes de la pesca deportiva, en el sentido de protección de la naturaleza, para proteger otras aguas nuevas de especies invasivas, y así obtener los sistemas de agua originales o renaturalizarse.

¿Por qué es muy importante de actuar rápido?

Para el turismo de la pesca únicamente los pesces grandes son interesantes. Los siluros envejecen hasta 80 años. Si se reducen, se tardaría mucho tiempo en recuperar su existencia. En estas aguas están los peces más grandes (más de 2m), es el agua con mayor potencial del mundo y si se pierde en poco años se necesitaría mucho tiempo para su recuperación, pues justamente los pesces más grandes su crecimiento es muy lento.

¿Qué hacen otros países?

Muchos países han reconocido el potencial de sus aguas y las han protegido con diligencias eficaces beneficiándose a la vez a largo plazo de lucrativos ingresos provenientes del turismo de pescadores deportivos.

Estos paises estan solo un par de ejemplos:

Canadá, el Río Fraser: América del Norte primer río en esturión, a lo mejor el último río del mundo que ofrece un espacio vital intacto para estas especies. Y ahora también cuenta con un gran sector de turismo.

Uganda, Nilo: En el parque nacional Murchison Falls hoy es posible pescar las más grandes “percas del nilo” de todo el mundo, protegido con prohibición estricta de matar estos peces. A cambio Uganda exige unas licencias de pesca de 50$ al día, más los gastos de 35$ al día por la estancia en el parque. Antiguos paraísos como el Lago Nasser o el Lago Viktoria, por el contrario, han perdido sus importancia a causa de una explotación irresponsable.

América del Norte: En Canadá y Alaska muchos pescadores de lucios practican “captura y suelta”. Aquí están muchos de los más grandes lucios, como en Europa, aunque los lucios crecen más lento en las aguas más frías.

¿Qué va a hacer Aragón?

Llevar a cabo todo esto en poco tiempo es complicado, pero la pregunta determinante es: ¿hacia qué dirección debe ir el desarrollo del Embalse de Mequinenza en los siguientes años – en un vertedero o en una fuente de riqueza para todo el mundo?

 

Juli 2011 . Aufruf

Erhaltet das beste Wallergewässer der Welt!

Martin Sack

In den siebziger Jahren gelangten die ersten Welse heimlich in den spanischen Ebro-Stausee Riba Roja, ein paar Jahre später breiteten sie sich in den Mequinenza-Stausee aus. Während die Waller in ihren ursprünglichen Verbreitungsgebieten in Europa und Asien durch kommerzielle Fischerei und Wasserverschmutzung erheblich reduziert wurden, konnten die spanischen Welse lange Zeit völlig unbeachtet in einem sehr nahrungsreichen Fluss-System heranwachsen. Erst zwanzig Jahre später entwickelte sich der Angeltourismus merklich und es entstand eine Vielzahl von Angelcamps am Riba Roja. Hier tummelten sich die größten Waller. Viele von ihnen fielen in den Anfangsjahren Trophäenjägern zum Opfer: Sie trennten den gefangenen Fischen lediglich den Kopf für eine Präparation ab. Zum Glück wurde dieser Brauch durch einsichtige Angler schnell wieder abgeschafft.

Während sich der Angeltourismus am Riba Roja immer weiter entwickelte, blieb es am weitaus größeren Mequinenza-Stausee lange Zeit ruhig. Obwohl hier bereits ungleich mehr Waller schwammen, standen sie noch im Schatten ihrer größeren Artgenossen des Riba Rojas. Im Jahr 2006 wendete sich das Blatt. In Kombination mit einer neu aufkommenden Angelmethode – dem Pelletfischen – gelangen Wallerfänge nie dagewesenen Ausmaßes. Auf einmal waren über zwanzig Fische und mehrere Welse über 2m an einem Tag keine Seltenheit mehr. Der Embalse de Mequinenza erlebte einen Angelboom, der noch bis heute anhalten sollte.

Zunächst waren es meist Guidingunternehmen, welche ihre Gäste auf täglichen Angeltouren zum Mequinenza-See betreuten. Die Fangmeldungen machten schnell die Runde und bald waren die Ufer mit Urlaubsanglern und Einheimischen überfüllt. Da der See sehr abgeschieden liegt und ein Camping trotz Verbot hier zunächst toleriert wurde, war von der einstigen Ruhe bald nichts mehr übrig. Überall waren Zelte und Boote zu sehen. Zunächst angelte man an den gut zugänglichen Plätzen, später drang man in die schwerer erreichbaren Gebiete vor. Leider machten sich die wenigsten Camper die Mühe, ihre Abfälle wieder mitzunehmen. In kurzer Zeit entstanden riesige Berge von Müll und Fäkalien. Bäume wurden großflächig abgeholzt und verfeuert. Und auch mit dem generellen Zurücksetzen der gefangenen Fische war Schluss. Waller und Karpfen wurden über Tage im Wasser angeleint, gequält und lebendig in den Kofferraum zum Abtransport verfrachtet. Die Abfälle von ausgeweideten Fängen ließ man an Ort und Stelle liegen. Während im Sommer die Camper die Ufer im Griff hatten, kamen im Winter kriminelle Wilderer und fischten mit Netzten und zum Teil sogar mit Carbid – ein Sprengstoff, welcher allen Fischen in einem großen Umkreis die Schwimmblase zerreißt.

Heute hat sich kaum etwas an der Situation geändert. An einigen Bereichen kontrolliert bereits die Polizei und verbietet das wilde Campen. Ab Juni 2012 ist eine zusätzliche Angellizenz geplant, weite Strecken sollen für das Angeln vom Ufer komplett gesperrt werden. Dass es zu solchen Verboten kommen musste, waren nur die Angler schuld. Es liegt einzig und allein in unseren Händen, dass wir an diesem Fluss gern gesehene Gäste bleiben und auch noch unsere Kinder im Ebro große Waller in unbeschädigter Natur fangen können. Der Fischreichtum am Ebro ist heutzutage noch gigantisch. Aber der Mensch hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, wie schnell man diesen zerstören kann und könnte es am Ebro ein weiteres Mal in wenigen Jahren bewerkstelligen.

Dieser Artikel richtet sich an alle Angler am Ebro: Mit nur wenig Eigeninitiative können wir alle dazu beitragen, dass der Ebro mit all seinen riesigen Welsen für die Zukunft erhalten bleibt. Mit ein wenig Menschenverstand könnten wir gemeinsam viel erreichen!

Wie verhalte ich mich denn in der Natur angemessen?

Eigentlich ist so etwas selbstverständlich: Am Fluss wird kein Müll hinterlassen. Der komplette Abfall wird in Tüten gesammelt und mit dem Auto bis in das nächste Dorf mitgenommen.  Meist gibt es keine Müllcontainer direkt am Ufer. Wir sollten das nicht zum Anlass nehmen, den Müll irgendwo in den Büschen oder am Wegrand abzustellen. Zurückgelassene Säcke werden schnell von Tieren aufgerissen und anschließend vom Wind verteilt. Nur wir allein sind dafür verantwortlich, dass unser Müll in entsprechenden Müllcontainern landet!

Wer am Ufer seine Notdurft verrichtet, sollte zunächst ein kleines Loch graben und diese darin mitsamt dem Klopapier einbuddeln. Das Hinterland wird von Schäfern genutzt, sie haben ein viel älteres Anrecht auf den Fluss als wir. Wir wurden hier lange als Angler toleriert und sollten dafür sorgen, dass die Schafe auf einer Wiese und nicht zwischen Müll, alten Angelhaken und Schnüren, menschlichen Exkrementen und Schlachtabfällen von Fischen weiden müssen. Und auch wir zelten das nächste Mal sicherlich lieber auf einem sauberen Untergrund! Und gern auch im Schatten – wir holzen also keine Bäume und Büsche ab!

Warum darf ich nicht alle Fische töten?

Die ältesten Waller im Ebro sind bereits rund vierzig Jahre alt. Es wird vermutet, dass sie bis zu achtzig Jahre alt werden können und niemand weiß ganz genau, wie groß sie bis dahin noch werden. Ganz sicher ist jedoch: Sie wachsen in Spanien noch kräftig weiter, Jahr für Jahr. Wenn wir aber die großen Fische entnehmen, dann werden wir bei der Vielzahl von Anglern in einigen Jahren mit diesen riesigen Giganten nicht mehr kämpfen können.

In den Jugendjahren wachsen Welse jedoch sehr schnell, nach zwei Jahren sind sie bereits achtzig Zentimeter. Während bei einem Jungtier das Fleisch noch überall schmackhaft ist, wird es bei Großfische immer schlechter, traniger und fetter. So bleiben bei einem Großfisch nur wenige Stellen wo das Fleisch noch genießbar ist, vielleicht viel weniger als bei einem Jungfisch. Es spricht also nichts dangen, Waller bis etwa 1,5m für den Eigenverzehr mitzunehmen. So haben alle etwas davon: Es ist genügend Fisch für die Küche vorhanden und die kampfstarken Elterntiere bleiben für die Zukunft uns Anglern erhalten!

Wie behandele ich Fische schonend?

Der schonende Umgang beginnt bereits bei der Wahl der richtigen Angelausrüstung. Unsere Gegner sind sehr kampfstark und schwimmen zwischen versunkenem Holz und scharfkantigen Muschelbänken. Der Drill sollte daher kurz sein und das Material entsprechend stark. Gerade die Schnur und das Vorfachmaterial sollten besonders dick gewählt werden. Experten angeln mit geflochtenen Hauptschüren von mindestens 0,60mm und Vorfächern von 1,4mm Durchmesser!

Bei der Landung verwendet man Handschuhe und greift den Fischen ins Maul. Dort hat man den besten Halt und verletzt den Wels nicht in den Kiemenbögen. Es ist selbstverständlich, dass wir kein Gaff verwenden dürfen.

Wenn wir den gefangenen Wels fest im Griff haben, ziehen wir ihn stets auf eine nasse Plane. Es muss absolut vermieden werden, den Fisch mit seinem Eigengewicht über den trockenen Sand zu schleifen. Dadurch wird die Schleimhaut beschädigt und der Fisch kann nachträglich an den Entzündungen sterben.

Nun haben wir den großen Waller auf der Matte. Schnell wird der Haken gelöst, dann geht es ans Messen. Wenn wir den Fang auch wiegen wollen, dann müssen dafür große, stabile Wiegesäcke verwendet werden und wir brauchen Waagen über 100 kg. Dabei sind mehrere Helfer nötig, die dafür sorgen, dass der Fisch schnell wieder im Wasser landet. Die ganze Zeit über halten wir den Waller mit Wasser aus einem Eimer feucht und kühl, ganz besonders im Hochsommer.

Auch wenn man es leider noch häufig bei andern Anglern sieht: Verzichtet auf ein Anleinen und Hältern der Fische! Oft passieren dabei Fehler. Der Wels erholt sich im warmen, sauerstoffarmen ufernahen Wasser wesentlich schlechter. Das Seil, gerade wenn es zu dünn ist oder sich zuzieht – kann die Kiemen verletzen oder bösartige Abdrücke von Einschnürungen hinterlassen. Wir fangen leider regelmäßig Fische, die dadurch für immer verstümmelt worden sind! Außerdem ist ein Foto direkt nach dem Fang viel authentischer und emotionaler! Auch in der Nacht lassen sich tolle Bilder mit dem Blitzgerät machen.

Wenn man seinen ersten großen Fisch nun fotografieren möchte, dann ist man oft mit dem Gewicht und den Ausmaßen überfordert und verletzt den Wels unabsichtlich. Doch mit ein paar Tricks können wir ganz einfach richtig gute und schonende Fotos schießen! Zunächst einmal lassen sich zu jederzeit gute Motive auf der Plane mit Fänger und Fisch finden. Bilder mit sauberen Welsen sind sicherlich auch für den Betrachter schöner! Waller sind dafür gebaut, um im Wasser ihr Gewicht zu tragen, nicht am Land. Stemmen wir sie an den Brustflossen empor oder fassen sie am Bauch, brechen wir ihnen die Schultergelenke und Rippen oder quetschen die Eingeweide. Am Besten sind ohnehin die Bilder im Wasser! Anbei seht ihr ein paar Beispiele, wie man ohne Gefahr richtig gute Bilder machen kann!

Warum sind die Waller aus dem Ebro für den Verzehr bedenklich?

Wir sollten weiterhin bedenken, dass das Welsfleisch aus dem Ebro noch stark durch jüngste Chemieunfälle belastet ist. Der Verzehr eignet sich somit nur in Maßen und kann an einigen Abschnitten zu schwerwiegenden Gesundheitsschädigungen führen. Gerade die großen, wesentlich älteren Welse über 1,5m sind mit hohen Konzentrationen an Quecksilber, anderen Schwermetallen und chlororganischen Verbindungen belastet.

Warum muss jeder von uns handeln?

Wir alle sind Angler. Wir alle lieben die Natur. Und wir alle wollen in Zukunft im Ebro die größten Süßwasserfische der Welt fangen! Also helft mit, den Fluss zu schützen. Seid selber ein Vorbild. Lasst euch nicht durch schlechte Beispiele von eurem Handeln abbringen, sondern versucht jederzeit mit guten Taten und Worten zu überzeugen!

Wir haben bereits andere Flüsse für eine interessante Angelei für lange Zeit zerstört. Aus der Donau, dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet, werden immer noch Welsfänge von weit über 100 kg von den Fischern gemeldet. Aber warum fangen wir Sport-Angler solche Exemplare nicht mehr? Ganz einfach: Neben den Berufsfischern, die hart für die Existenz arbeiten, gibt es unzählige Wilderer, die alle gefangenen Fische töten und verkaufen. Im Donau Delta könnte es heute viel mehr Großfische als in Ebro geben, aber wir, die Menschen, lassen es nicht zu. Bitte helft mit, dass im spanischen Ebro solche Exemplare heranwachsen können!

Dann bleibt der Ebro das, was er sein sollte: Ein traumhaftes Angelrevier, an dem Menschen aus allen Ländern der Welt gemeinsam angeln und sich für ihre Ziele einsetzen!

 Das alles gilt nicht nur für den Rio Ebro – tut das gleiche an anderen Wels-Flüssen wie  Po, Rhone, Illi oder Donau!