Wüste, wilde Wasser und GTs

GTs und mehr…

März 2013 .  Oman

Robert Balkow

Bereits ein Jahr zuvor hatte es uns auf die arabische Halbinsel verschlagen, auf der Jagd nach großen Giant Trevallys. Das Wetter machte uns allerdings nach etwa 3,5 Tagen einen Strich durch die Rechnung. Starker Wind mit Sturmböen machte alle weiteren Ausfahrten zunichte. Das Fangergebnis konnte sich allerdings sehen lassen, denn so fingen wir in der kurzen Zeit insgesamt 14 GTs bis 52kg sowie einen ca. 55 kg schweren Grouper und hatten noch weitere Kontakte zu den riesigen Riffbewohnern.

Angestachelt durch diesen Erfolg sollte es dieses Mal laut unseren Erwartungen noch besser werden und wir hatten ja insgesamt 6 Angeltage geplant. Um es vorweg zu nehmen – wettertechnisch hatten wir richtiges Glück und wir konnten an allen Tagen fischen, sogar an unserem Ankunftstag war es noch möglich für ein paar Stunden auf’s Wasser zu fahren, aber unser Durchhaltevermögen sollte auf eine harte Probe gestellt werden.

Die ersten 4,5 Tage lassen sich, was die Popperfischerei auf GT angeht, schnell zusammenfassen. 10 – 12 Stunden täglich flogen Stickbaits und Popper in Richtung der vermeintlichen Aufenthaltsorte, aber meistens passierte nichts. Hier mal ein Fehlbiss, dort mal ein Nachläufer – das war dann auch schon alles. Körperlich und auch geistig ging die Fischerei zuweilen echt an die Substanz, denn die Giant Trevallys schienen irgendwie wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Die Wassertemperatur war mit 26°C gut. Stimmte etwas mit den Strömungen nicht dieses Jahr, denn auch von Socotra/Yemen wurden bislang keine guten Fänge gemeldet.

Kurzerhand disponierten wir um und begannen gerade die laue Mittagszeit mit dem Jiggen zu überbrücken. In Wassertiefen von 70 bis 120 Metern gab es reichlich Fisch. Seabreams, Skipjacks, Bonitos und Longtail Thune, kleinere Grouper sowie Amberjacks wechselten sich dabei ab und sorgten für kurzweiliges Fischen. Am besten Tag fingen wir so „zwischendurch“ mal eben 22 Amberjacks bis etwa 15 Kilogramm. An der leichten Jigrute machen auch diese Größen reichlich Dampf und sorgen für ein paar Schweißperlen auf der Stirn. Sogar ein Marlin folgte einmal einem gehakten Bonito bis an die Wasseroberfläche, blieb neben dem Boot hell erleuchtet stehen, ließ sich aber leider nicht zum Anbiss überreden.

Der vorletzte Tag brachte dann endlich die langersehnte Wende in Sachen GTs. 3, 4 Fehlbisse sowie 3 gelandete Fische zwischen 95 und 115 Zentimeter waren Balsam für unsere geschundenen Anglerseelen. Am letzten Tag gab es am Morgen noch einen 105 Zentimeter langen GT bevor wir am frühen Nachmittag leider die Heimreise antreten mussten. Trotz perfektem Wetter und bestem Timing hat sich mal wieder gezeigt, dass das Angeln nun mal kein buchbarer Pauschaltourismus ist und leider nicht immer alles nach Plan läuft. Wir haben das Beste aus den Gegebenheiten gemacht, hart gekämpft und können letztendlich mit dem Ergebnis zufrieden sein.

Wir werden wiederkommen und die Naturgewalten sowie die GTs zur Revange herausfordern!

Statistik

Angler: Steffen, Johannes, Robert

Gelandete GTs: 95, 102, 105 und 115cm
29 Amberjacks bis etwa 15kg + diverse andere Fischarten