Wallertouren 2018

Waller

2018 .  Europa

Martin Sack

Dieses Jahr stand ganz im Zeichen der Erkundungstouren, bei welchen wir sechs verschiedene Flüsse befischten, drei davon für uns völlig unbekannt. Dabei wollten wir das Vertikalangeln in den Vordergrund stellen und gezielter auf größere Welse angeln.

Der mediterrane Raum wurde im Frühjahr von gewaltigem Hochwasser und bis Ende Mai außergewöhnlich kaltem Klima heimgesucht. Für die aktive Angelei bedeutete das für uns einen sehr schweren Start in die Saison. Im März hatten wir teils Maximaltemperaturen am Tag von 7°C, Dauerregen und Sturm. Wer nun ein komfortables Boot zur Verfügung hatte und nachts mit Stellfischmontagen fischte, konnte gute Fänge erzielen – wir mit unserem Erkundungsschlauchboot hatten arge Mühe, das Boot überhaupt irgendwie in den reißenden Fluten halten zu können. Ab Mai legte sich die Situation dann etwas, aber das Wasser lag immer noch bei kalten 14°C, wir fischten immer noch mit Skihosen und Thermostiefel im verregneten Spätfrühling. Für bunte Abwechslung sorgten viele Monstergoldfische bis 45cm, die wir zu unserer Überraschung beim Köderfischfeedern überlisten konnten (und wieder schwimmen ließen). Doch so langsam kam auch die Vertikalangelei in Schwung und bald hatten wir den ersten Wels der Saison über der 2,30er Marke überlistet, während auch Lea nach viel Leid in der nasskalten Witterung ihren ersten Zweimeterwels beim Vertikalen fing.

Nach einer Sommerpause widmeten wir uns im Herbst erneut dem Welsangeln. Inzwischen war ein anderes Extrem eingetroffen: Der sehr heiße und trockene Sommer ließ die Flusspegel dramatisch sinken und unsere Bartelträger nur noch selten zu nächtlichen Raubzügen aufbrechen. Für uns war das umso besser, denn so konnten wir sie tagsüber an ihren Standplätzen befischen. Uns ging es ganz ums Entdecken neuer Flüsse und Flussabschnitte, starteten die Angelei völlig frei vom Erfolgsdruck ohne jegliche Erwartungshaltung. Dennoch erlebten wir eine Herbstangelei vom Feinsten, in 21 Angeltagen konnten wir zu zweit 15 Welse über 2m fangen, darunter 9 über 2,30m. Die Stückzahlen waren das ganze Jahr über mit durchschnittlich 0-3 Welsen pro Tag außergewöhnlich gering, dafür die Quote von guten Wallern aber ausgezeichnet. Dennoch führte oft nur außerordentliche Beharrlichkeit zum Erfolg, manchmal entschieden wenige Minuten oder „noch eine letzte Drift mehr“ über einen sehr erfolgreichen oder erfolglosen Angeltag. Ich bedanke mich daher für bestes Teamwork und Durchhaltevermögen bei Marcel und Lea. Dabei konnte Marcel in sechs Vertikalangeltagen nicht nur seinen ersten Zweimeterwels fangen, sondern gleich drei davon bis 2,34m. Auch Lea wurde für ihre Qualen in der ersten Jahreshälfte ihrer ersten Saison im Wallerangeln kräftig belohnt und steigerte sich bis zum Ende auf einen massiven Fisch von 2,54m!

Waller: 49

Waller über 2m: 17

Waller über 2m (in m):

2.542.472.422.412.352.342.342.332.322.312.212.202.172.122.062.032.03 – …