Pike eat pike

Hecht

Sommer 2017 . Nordamerika

Martin Sack

Um uns herum befand sich die unendlich erscheinende Wildnis Nordamerikas. Die lange Anreise hatte uns allen etwas zu schaffen gemacht. Als wir mit dem Wasserflugzeug neben unserem Camp aus Blockhütten gelandet waren, machten wir dennoch sofort unsere Ruten fertig und brachen mit den Booten in verschiedene Richtungen auf. Lea machte ihren ersten Wurf. Nach ein paar Kurbelumdrehungen wurde der Gummifisch von einem 90er Hecht inhaliert. Als der Fisch neben der Bordwand im klaren Wasser erschien, bemerkten wir einen größeren Nachläufer. Der hatte es doch tatsächlich auf den gehakten Hecht abgesehen! Wir beobachteten die Verfolgungsjagd ein paar Seekunden lang, dann hatte der Angreifer seine Beute bereits im Nacken quer gepackt und kurz darauf wieder losgelassen. Als ich meinen Gummifisch neben das Boot schlenzte, gab es auch in meiner Rute den ersten Einschlag. Wir maßen den Kannibalenhecht mit 1,10m. Was für ein Wahnsinn, wir waren direkt wieder zurück katapultiert in eine doch so anderen Welt als bei uns in Europa!

Was wir am Anfang noch für kuriosen Zufall hielten, sollte sich über die ganze Tour hinweg sehr häufig wiederholen. Wir erlebten fast täglich dieses kannibalische Verhalten! Dabei waren es ausnahmslos große Hechte, die es lediglich auf unwesentlich kleinere Exemplare abgesehen hatten. Ein kleiner Hecht hingegen, der eigentlich wesentlich besser ins Beutespektrum gepasst hätte, wurde nicht beachtet. Bis auf wenige Ausnahmen waren die kannibalischen Verfolgerhechte auch nicht mit Kunstköder zu überlisten. Vielleicht wollten sich die Hechte ja gar nicht fressen, sondern nur rivalisieren? War das ein Verhalten, welches die Weibchen direkt nach der Laichzeit an den Tag legten? Wie auch immer, so etwas hatten wir im Herbst im gleichen Revier und auch sonst nirgends jemals derart ausgeprägt erlebt.

Einmal fingen wir einen Hecht, der mit 1,21m an sich schon ein toller Fang war. Ein paar Würfe später biss ein ca. 80cm langer Hecht, der von einem weiteren Monster verfolgt wurde, welches 5 Minuten vor unseren Augen mit Kunstköder unfangbar herum schwamm. Neben der Bordwand war dieser deutlich größer als der gerade zuvor gelandete Hecht! Am Ende der Tour entschlossen wir uns, es einmal mit totem Hecht von 60cm am Fireballsystem zu probieren und bekamen auch direkt einen Biss – leider war die Jerkbaitrute zu schwach und zerbrach beim Anschlag, der Hecht stieg aus. Mit Hechtköder an einem improvisierten Hechtschwimmer aus 500ml Wasserflache konnten wir noch drei Hechte bis 1,15m überlisten. Beim Biss zogen sie die komplette Flasche Unterwasser!

Natürlich kam auch das, wofür wir eigentlich hier waren, absolut nicht zu kurz: Spinnfischen auf Hecht! Da wir am Anfang von einigen Kaltfronten geplagt wurden, verließen wir uns zunächst auf Gummifische in etwas tieferem Wasser. Später hatten wir aber auch richtig gute Aktion auf Jerkbaits. Erstaunlicherweise fingen diese manchmal auch dort an der Oberfläche oder Mittelwasser, wo zuvor ein Gummiköder keinen Hecht verführen konnte. Ihre Stärken hatten die Jerks natürlich in den flachen, ruhigen Kanälen und Buchten, während mit Gummi in den durchströmten Bereichen mehr zu holen war. Bei der Ködergröße war kaum ein Unterschied zu erkennen, oft brachten sogar Köder um 15cm fettere Hechte. Dennoch gab es auch Sternstunden mit größeren Gummis, insbesondere Riesentwistern. Wichtiger erschien jedoch die Farbe. Wie zu erwarten waren morgens Fluofarben und mittags dezentere Dekore erfolgreich, dennoch schien ein klein wenig Orange die Hechte besonders zu animieren. Im sehr flachen Wasser waren Jerks im Hechtdesign der Hit. Auf was man auch gerade vertraute, hier konnten wir uns erneut mächtig austoben, viele Attacken auf Sicht erleben und kampstarken Flusshechten gegenübertreten. Bis zum Ende der Tour hatten wir sechs zerbrochene Ruten zu verzeichnen!

Neben all dem Beißwahnsinn genossen wir die ruhige Zeit ohne Handyempfang in einer ursprünglichen Wildnis. Wir teilten uns die Tage so auf, dass im jeweiligen Gewässerabschitt immer nur ein Boot angelte. Da es im Frühsommer nicht richtig dunkel wurde, blieben einige von uns teilweise bis Mitternacht auf dem Wasser. Dennoch kam niemals das gesellige Beisammensein im Basecamp zu kurz. Als das Wasserflugzeug landete um uns abzuholen, stiegen wir alle etwas widerwillig ein. Goodbye Hechtparadies, wir kommen zurück!

Statistik

Angler: 6

Angeltage: 10

Hechte gesamt: 1435

Hechte über 1m: 180

Hechte über 1.10m: 66

Walleyes: Ca. 30

Hechte über 1m nach Länge (in m):

1.23 – 1.22 – 1.21 – 1.21 – 1.19 – 1.19 – 1.18 – 1.18 – 1.17 – 1.17 – 1.17 – 1.17 – 1.17 – 1.17 – 1.16 – 1.16 – 1.16 – 1.16 – 1.16 – 1.16 – 1.16 – 1.16 – 1.15 – 1.15 – 1.15 – 1.15 – 1.14 – 1.14 – 1.14 – 1.14 – 1.14 – 1.14 – 1.14 – 1.14 – 1.13 – 1.13 – 1.13 – 1.13 – 1.13 – 1.13 – 1.12 – 1.12 – 1.12 – 1.12 – 1.12 – 1.12 – 1.12 – 1.12 – 1.11 – 1.11 – 1.11 – 1.11 – 1.11 – 1.10 – 1.10 – 1.10 – 1.10 – 1.10 – 1.10 – 1.10 – 1.10 – 1.10 – 1.10 – 1.10 – 1.10 – 1.10 – 1.09 – 1.09 – 1.09 – 1.09 – 1.09 – 1.09 – 1.09 – 1.08 – 1.08 – 1.08 – 1.08 – 1.08 – 108 – 1.08 – 1.08 – 1.08 – 1.08 – 1.08 – 1.08 – 1.08 – 1.07 – 1.07 – 1.07 – 1.07 – 1.07 – 1.06 – 1.06 – 1.06 – 1.06 – 1.06 – 1.06 – 1.06 – 1.06 – 1.05 – 1.05 – 1.05 – 1.05 – 1.05 – 1.05 – 1.05 – 1.05 – 1.05 – 1.05 – 1.05 – 1.05 – 1.04 – 1.04 – 1.04 – 1.04 – 1.04 – 1.04 – 1.04 – 1.04 – 1.04 – 1.03 – 1.03 – 1.03 – 1.03 – 1.03 – 1.03 – 1.03 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.02 – 1.01 – 1.01 – 1.01 – 1.01 – 1.01 – 1.01 – 1.01 – 1.01 – 1.01 – 1.01 – 1.01 – 1.01 – 1.01 – 1.00 – 1.00 – 1.00 – 1.00 – 1.00 – 1.10 – 1.00 – 1.00 – 1.00 – 1.00 – 1.00 – 1.00 – 1.00 – 1.00 – 1.00 – 1.00 – 1.00 – 1.00 – 1.00 – 1.00

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